Fichte und seine Zeit. VIII. Fichte-Kongress

9 06 2011

Call for papers

 

 

*VIII. Kongress *

 

*der *

 

*Internationalen Johann-Gottlieb-Fichte-Gesellschaft e. V.*

 

//

 

*/Fichte und seine Zeit/*

 

*Bologna, 19.-22. September 2012*

 

*Call for Paper*

 

Der VIII. Kongress der Internationalen

Johann-Gottlieb-Fichte-Gesellschaft wird vom 19. bis 22. September 2012

an der Universität von Bologna in Italien unter dem Titel „Fichte und

seine Zeit“ stattfinden. Organisatorin ist Prof. Carla de Pascale,

Vizepräsidentin der Gesellschaft.

 

Die philosophische Schaffensperiode Fichtes fällt in die letzten

Jahrzehnte des 18. und das erste Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Sie

findet im Kontext einer fundamental wichtigen Periode der Geschichte

Deutschlands statt, einer Periode, die große Veränderungen mit sich

bringt – sowohl in institutioneller als auch in gesellschaftlicher

Hinsicht – und die mit den Napoleonischen Eroberungszügen zu Ende geht,

die einen Neubeginn in der deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts

bedeuten. Die Nachwirkungen der Französischen Revolution, die positiven

und negativen Reaktionen, die sie hervorgerufen hat, spielen eine große

Rolle in der geistigen und kulturellen Geschichte Deutschlands. Diese

Jahre wohnen auch der Geburt der romantischen Bewegung bei, deren

Vaterschaft man wohl Fichte zusprechen muss, obzwar er bald von seinen

Schülern verleugnet wurde (zur Erinnerung: das Fichte-Haus in Jena wurde

einst auf den Namen „Romantiker Haus“ getauft und ist immer noch unter

diesem Namen bekannt).

 

Die Periode, in der das philosophische Schaffen Fichtes seinen Höhepunkt

erreicht, ist zugleich die Zeit eines neuen politischen Bewusstseins:

der Wiederentdeckung der Rolle des Intellektuellen und einer neuen

Vorstellung des Fürstentums. Es ist die Zeit, in der die Nation

entsteht. Alle damit verbundenen Fragen sind bereits umfassend von der

Fichte-Forschung behandelt worden. Dennoch scheint es, dass eine

umfassende Ansicht und vor allem ein Blick „von außen“ noch fehlen.

 

Der Kongress in Bologna beabsichtigt, diese Fragen nicht immanent zu

beantworten, sondern vielmehr die Art und Weise zu analysieren, wie die

Fichteschen Überlegungen hinsichtlich ihrer Außenbezüge gereift sind –

darunter sind die Beziehungen zu anderen Denkern (Philosophen,

Künstlern, Schriftstellern, Politikern, Staatstheoretikern), zu

geschichtlichen Fakten oder zu institutionellen Veränderungen, zu

systematischen Fragen, die neue theoretische Positionen hervorriefen, zu

verstehen.

 

Um so weit wie möglich die Begegnung der verschiedenen

Forschungsnetzwerke zu begünstigen und der Diskussion zwischen den

Forschern den Vorrang zu geben, wurde beschlossen, den Kongress in

„sechs Sektionen“ einzuteilen, die jeweils paarweise parallel laufen

werden. Die sechs Schwerpunkte bzw. Titel der Sektionen lauten:

 

1.Revolution / Reaktion

 

2.Skeptizismus / System

 

3.Atheismus / Religion

 

4.Romantik / Aufklärung

 

5.Gesellschaft / Staat

 

6.Kosmopolitismus / Nation

 

Eine nähere Untergliederung der Sektionen nach Forschungsthemen wird

erst in den nächsten Monaten erarbeitet, und zwar nachdem alle

Beitragsvorschläge der Teilnehmer eingegangen sind. Als Hinweise für

Einzelthemen der Forschung, die dem Geist des geplanten Kongresses

entsprechen, werden folgende Themen vorgeschlagen:

 

1.Recht und Staat von der Tradition der Kronprinzenvorträge bis zum

neuen Begriff der Verwaltung;

 

2.die zahlreichen Kontroversen mit den Autoren der Spätaufklärung wie

auch mit den Vertretern der konservativen Gruppe; die Reaktion auf die

Kampagne der Zeitschrift „Eudämonia“; die Verteidigung gegen den

Atheismusvorwurf;

 

3.die Diskussion um die Nachfolger der klassischen Naturrechtslehren

(Schmalz, Hufeland); die wiederkehrende Gegenwart Rousseaus in dieser

Debatte und der Begriff der Souveränität;

 

4.die Debatte über die Kodifizierung und nach der Errichtung neuer

Institutionen infolge der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches

Deutscher Nation, sowie die Frage nach der Quelle des

Konstitutionalismus; die Überlegungen zur Rolle der alten und neuen

Freimaurerei;

 

5.die zahlreichen Reaktionen auf den /Geschlossenen Handelsstaat /und

die Bedeutung der Fragen zur Staatsökonomie in der physiokratischen

Tradition bis zu den Anfängen des Sozialismus; Fortdauer und Veränderung

des Begriffs „Wohlfahrtsstaat“;

 

6.der Enthusiasmus für die /Reden an die deutsche Nation/ und die

Debatte über Krieg und Frieden;

 

7.die Verbindungen mit den Romantikern der ersten Generation und deren

Verfolgung in Berlin des Jahrhundertbeginns, sowie die Wiederaufnahme

der Untersuchung über Geschichtsphilosophie;

 

8.der neue Kurs in der deutschen Kultur und universitären Lehre, der zur

Gründung der Berliner Universität führte;

 

9.die Rolle Fichtes in der post-Kantschen Debatte und der Kampf zwischen

den unterschiedlichen Versuche, ein umfassendes System der Philosophie

zu errichten;

 

10.das Verständnis der Philosophie als Wissenschaft und die

Auseinandersetzung mit der Tradition des alten und modernen Skeptizismus‘.

 

Jeweils wird es darum gehen, mit der größtmöglichen Präzision die

wirkliche, ausweisbare Beziehung in den Blick zu bekommen, die Fichte zu

jeder dieser Fragen bzw. zu jedem ihrer Autoren hatte.

 

Ein Organisationsgremium aus Mitgliedern des Vorstands und des

wissenschaftlichen Beirats der Internationalen Fichte-Gesellschaft wurde

ins Leben gerufen und arbeitet seit Monaten daran, die endgültige Form

des Kongresses festzulegen. Hierunter kann man eine Entwurf der

Tagungsorganisation sehen, die in den nächsten Monate präzisiert werden

wird.

 

* Jeder an einer Teilnahme Interessierte wird gebeten, *bis zum 30. Juni

2011* per e-mail (Adresse : fichtekongress2012@gmail.com

<mailto:fichteschellingkongress@gmail.com>) den provisorischen Titel

seines Beitrags sowie die Zuordnung seines Beitrags unter die sechs oben

angegebenen Sektionen einzureichen. Wir bitten dafür das das

*Einschreibeformular* in Attachment zu benutzen. Diese *erste Anmeldung*

ist für die Organisatoren sehr wichtig, da die Messestadt Bologna nur

beschränkt Unterkunftsmöglichkeiten bietet.

* Bis spätestens den *15. Dezember 2011* muss dem Sekretariat des

Kongresses ein *definitiver Titel* mit einem *kurzen Abstract* (maximal

3000 Zeichen, Leerzeichen inklusive) und einem ebenso *kurzem CV* per

e-mail vorliegen (Adresse : fichtekongress2012@gmail.com

<mailto:fichtekongress2012@gmail.com>)

* Sprachen der *Abstracts*: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch

* Sprachen der *mündlichen Beiträge* : Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch

* Kongressgebühren: 50 €; Studierenden 25 €;

* Eine finanzielle Unterstützung für die Teilnahme an dem Kongress ist

in der Regel für Studenten und Nachwuchswissenschaftler vorhergesehen.

Selbstverständlich werden Sonderfälle auch berücksichtigt. Wir bitten

all diejenige, die einen Zuschuss beantragen möchten, es in dem

Eischreibeformular ab sofort zu signalisieren.

 

* Kontaktpersonen : Prof. Carla De Pascale carla.depascale@unibo.it

<mailto:carla.depascale@unibo.it> und Dr. Matteo d’Alfonso

dalfonso@netseven.it <mailto:dalfonso@netseven.it>

Quelle: DGPhil

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