Synthetische Biologie: Auf dem Weg zum künstlichen Leben?

9 06 2011

Am 4. Juli 2011 veranstalten das Deutsche Referenzzentrum für Ethik in den Biowissenschaften (DRZE) und das Institut für Wissenschaft und Ethik (IWE) unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Sturma ihr viertes Ethik-Forum zu dem Thema:

Synthetische Biologie: Auf dem Weg zum künstlichen Leben?

Hintergrund:

Unter Synthetischer Biologie ist eine Weiterentwicklung im Bereich der molekularen Lebenswissenschaften zu verstehen, mit deren Hilfe elementare Lebensvorgänge besser erfasst und biotechnische Komponenten mit neuartigen Eigenschaften entwickelt werden sollen. Ihr Ziel ist die Herstellung künstlicher Organismen. Dabei operiert die Synthetische Biologie zwar weitgehend mit den gleichen Materialien und Methoden wie die Gentechnik, integriert aber auch ingenieurswissenschaftliche Verfahren. Während in gentechnischen Verfahren einzelne Gene in bereits existierende Organismen eingebracht werden, will die Synthetische Biologie neue Organismen erzeugen und diese in technische Prozesse einbinden.

Die Synthetische Biologie steht als eigenständiger Forschungsbereich erst am Anfang ihrer Entwicklung. Bei den technischen und normativen Problemstellungen gibt es neben neuen Aspekten viele Überschneidungen mit der Gentechnik. Das gilt auch für Hoffnungen auf Fortschritte bei der medizinischen Diagnostik und Therapie sowie für Befürchtungen hin-sichtlich nicht kalkulierbarer biotechnischer Risiken.

Mit der Synthetischen Biologie stellt sich eine Vielzahl von Fragen, die gleichermaßen philosophisch wie gesamtgesellschaftlich brisant sind: Welche Risiken müssen bedacht werden und welche sinnvollen Anwendungen sind zu fördern? Wie verändern sich Ökosysteme durch die Erzeugung neuer Organismen und welche Werte oder Güter sind dabei zu schützen? Wann können wir überhaupt von Leben beziehungsweise von einem lebendigen Organismus sprechen? Was hat als natürlich und was als künstlich zu gelten? Auf dem 4. Ethik-Forum soll unter anderem diesen Problemstellungen in einem interdisziplinären Dialog zwischen Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften nachgegangen werden.

Es referieren:

Prof. Dr. Armin Grunwald
Lehrstuhl für Technikphilosophie und Technikethik an der Universität Karlsruhe
„Synthetische Biologie. Wissenschaftliche Verantwortung in der Demokratie“

Prof. Dr. Dr. Mathias Gutmann
Lehrstuhl für Technikphilosophie an der Universität Karlsruhe
Der Lebensbegriff der Synthetischen Biologie“

Prof. Dr. Regine Kollek
Lehrstuhl für Technikfolgenabschätzung der modernen Biotechnologie in der Medizin an der Universität Hamburg
„Konstruiertes Leben? Zur Dialektik von Systembiologie und Synthetischer Biologie“

Prof. Dr. Alfred Pühler
Leiter des Centrums für Biotechnologie der Universität Bielefeld
„Einblicke in die Synthetische Biologie“

Prof. Dr. Sebastian Rödl
Lehrstuhl für theoretische Philosophie an der Universität Basel
„Die Form der Erklärung des Lebendigen“

Diese Veranstaltung findet im Rahmen einer Reihe von jährlichen Fachtagungen beider Institute statt, die sich dem Verhältnis von Ethik und Angewandter Ethik widmen. Die Tagung ist öffentlich. Eine Anmeldung ist erforderlich. Tagungsgebühren werden nicht erhoben. Ausführliche Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung zum Ethik-Forum finden Sie unter: www.ethik-forum.net.

Quelle: DGPhil

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