PHILOSOPHISCHE ANTHROPOLOGIE ZWISCHEN SOZIOLOGIE UND GESCHICHTSPHILOSOPHIE

25 11 2011

Institut für Philosophie und Soziologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Verbindung mit der Helmuth Plessner Gesellschaft lädt Referenten ein, einen Vortrag auf der Tagung zu halten:

PHILOSOPHISCHE ANTHROPOLOGIE ZWISCHEN SOZIOLOGIE UND GESCHICHTSPHILOSOPHIE

Warschau, 8.-9. Juni 2012

Sowohl die soziale als auch die historische Natur des Menschen wurde im zwanzigsten Jahrhundert seitens der Klassiker der philosophischen Anthropologie zum Thema einer eingehenden Untersuchung. Insbesondere zu der Soziologie als einer neu etablierten Wissenschaft vom Menschen in seinen gesellschaftlichen Bezügen stand die philosophische Anthropologie von vornherein in einer engen, reziproken Beziehung. In Anknüpfung an Max Schelers und Helmuth Plessners anthropologischen Deutungen des sozialen Daseins des Menschen befasst sich auch die gegenwärtige philosophische Anthropologie mit den Problemen der Personalität und der sozialen Rolle (?Grenzen der Gemeinschaft?), stellt sie die Frage nach der Kondition des Menschen in der modernen Gesellschaft (unter Berücksichtigung z.B. der sozialen und anthropologischen Konsequenzen der Gentechnologie), nimmt sie die Institutionenlehre Arnold Gehlens auf und erforscht die zusammengesetzte Funktion der modernen Institutionen als sozialen Formen usw. Im Hintergrund der anthropologischen Analysen einer kulturschaffenden Natur des Menschen bleibt aber auch die Frage nach der ?Stellung des Menschen in der Geschichte? von ihren Anfängen bis zur Gegenwart stets anwesend. Durch die Vermittlung von Georg Misch fand die Diltheysche Idee der Geschichtlichkeit des Lebens sowie seine Vorstellung vom Menschen als einem historischen Artefakt ihren Weg bereits in Plessner? Schrift zur politischen Anthropologie Anfang der 30er Jahre (?Macht und menschliche Natur?). Die Probleme der Politik und Macht als Konstituientien der Geschichtlichkeit kehren in seinem Werk ?Die verspätete Nation? wieder, wo die Entscheidung darüber, was der Mensch ist, von Plessner als die ?Sache der Zukunft? bestimmt wird. Man kann fragen, inwiefern die Idee vom Menschen als einer geschichtlichen, schöpferischen Quelle der in der Zeit entstehenden und vergehenden, doch ihre Zeit transzendierenden Sinneinheiten und Werte Plessner und die gesamte philosophische Anthropologie mit den traditionellen Problemen des historischen Relativismus und Universalismus konfrontiert. Damit stellt sich nicht nur die Frage, was Geschichte überhaupt ist, sondern prinzipiell auch die Frage nach dem Verhältnis von menschlicher Natur und menschlicher Geschichte, von Naturgeschichte und Kulturgeschichte. Das Rahmenthema des Workshops soll den Referenten den Anlass bieten, diese doppelt herausfordernde theoretische Lage der philosophischen Anthropologie als einer Wissenschaft von dem seine individuelle Existenz sozial und seine hic et nunc-Existenz geschichtlich transzendierenden Menschen näher zu bestimmen. Tagungssprache ist Deutsch; vorgesehen sind ungefähr 12 Vorträge. Die Polnische Akademie und die HPG übernehmen gemeinsam die Kosten für Reise, Unterkunft und Verpflegung. Stanis?aw Czerniak, Andrzej Gniazdowski, Zdzislaw Krasnodebski werden für die Polnische Akademie, Matthias Schloßberger, Mikhail Khorkov und Gregor Fitzi die Tagungsverantwortung für die HPG übernehmen. Interessierte Referenten/Referentinnen werden gebeten, ihre Vorschläge per E-Mail beiagniazdo@ifispan.waw.pl einzureichen. Deadline zur Einreichung der Vorschläge mit Vortragstitel und einem kurzen Exposés (eine Seite) ist der 15.12.2011.

 

Quelle: DGPhil

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