Affekt und Geschichte – Die „Pathosformel“ von Aby Warburg

2 02 2012
morgen steht der letzte Vortrag aus der Reihe „studentische Vorträge“ an.
Wie immer um 19:00 Uhr, Neue Uni Hörsaal 1.
 
Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen!
 
Nataniel Christgau 
 
„Affekt und Geschichte – Die „Pathosformel“ von Aby Warburg“
 
Beschreibung:
Aby Warburgs Begriff der „Pathosformel“ hat Konjunktur. Er ist ein wesentlicher Impuls für die moderne Kulturwissenschaft geworden, der auf eine Wiederkehr des Interesses an Motiven hinweisen könnte, die eng verwoben sind mit der Frage nach dem Status des Bildes und dem eigentümlichen Erkenntnispotential, das sich in ihnen verbirgt. Die Pathosformel ist von Anfang an mit der „Geschichte des Wiedereintritts der Antike in die moderne Kultur“ verwoben. Der Vorbildcharakter der Antike, der in Deutschland mit dem Namen Winckelmann in Verbindung steht, wird bei Warburg unter dem Einfluss Nietzsches, einer Revision unterzogen. Mit dem Begriff „Pathosformel“ bezeichnet Warburg die Affektdynamik des Bildes, die durch Motive dargestellt wird, denen er zeit seines Lebens die größte Aufmerksamkeit schenkte und die er in seinem Aufsatz über Dürer anhand des Motivs vom Tod des Orpheus, das er zur „Veranschaulichung dieser pathetischen Strömung im Einfluß der wiedererwachenden Antike“ benutzt. Es geht also um die Frage nach dem Erkenntnispotential von Bildern. Neben der Rekapitulation von Warburgs Erörtertungen soll die Frage geklärt werden, inwiefern die Bilder, die Warburg untersucht, mit der Geschichtlichkeit zusammenhängen, scheint es doch so zu sein, dass es dort eine Verbindung gibt, die durch den Affekt markiert wird. Es geht also um die Verbindung zwischen Affekt und Geschichte, bzw. Geschichtsschreibung, die Warburg in dem Begriff der „Pathosformel“ zusammenfasst. Die Überlieferung wird bei Aby Warburg zu einem Moment, anhand dessen er seine Kunstwissenschaft aufzieht. Warburg konzipiert anhand des Bildes und des Affekts etwas Neues, das schon immer da war, etwas, das auch auf eine Tradition hinweist, die in gewissem Sinne verdrängt worden ist und die es vor dem Vergessen zu schützen gilt, wie es das Bild zu denken aufgibt. Die These ist, dass die Hinwendung zum Bild eine Methode impliziert, die vom Sein des Bildes ausgeht und die dann das Sein des Bildes zu verstehen versucht. Der Grund des Verstehens wäre dann das Verstehen selber. Das würde bedeuten, dass Erkenntnis und der Weg zur Erkenntnis sich in eigentümlicher Weise annähern, dass also Methode und Ziel nur schwer voneinander zu unterscheiden sind. Auf rein philologischer Ebene soll gezeigt werden, wie Warburg Bilder „liest“, um dann aufzuzeigen, wie die Geschichtlichkeit gleichsam in die Bilder hineingekommen ist.
 
Quelle: delta Heidelberg
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